Gründung und Auflösung

Das Lager bestand vom 21. September 1942 bis zum 10. Mai 1944 

Lagername/-bezeichnung/Betrieb

Stadt Köln: v.a. Aufräumungsarbeiten, Trümmerbeseitigung und Bergung von Leichen nach Bombenangriffen

Höherer SS- und Polizeiführer West: Blindgängerbeseitigung in „Bombensprengkommandos“

Offizielle Bezeichnung des Lagers

SS-Baubrigade III

Nebenlager der SS-Baubrigade III, die keine selbstständigen Außenlager wurden:


Bochum, Bombenräumkommando, von Juni 1943 bis Dezember 1943, 26-40 Häftlinge für den Höheren SS- und Polizeiführer West zur Blindgängerbeseitigung


Dortmund, Bombenräumkommando, von Mai 1943 bis August 1943, 34-40 Häftlinge für den Höheren SS- und Polizeiführer West zur Blindgängerbeseitigung


Düsseldorf, Bombenräumkommando Friedrichstadt, von Juni 1943 bis August 1943, 118-120 Häftlinge für den Höheren SS- und Polizeiführer West zur Blindgängerbeseitigung


Duisburg, existierte seit Oktober 1942 als Außenlager von Sachsenhausen (SS-Baubrigade I), am 21. Februar 1943 als Restkommando von SS-Baubrigade III übernommen und bis Mai 1944 als dessen Nebenlager, 342 bis 1018 Häftlinge, Trümmerbeseitigung im Auftrag der Stadtverwaltung


Nebenlager der SS-Baubrigade III, die selbstständige Außenlager wurden (Informationen siehe dort):


Bergisch-Gladbach, Ortsteil Bensberg, NAPOLA Bensberg

Düsseldorf, Bombenräumkommando Kalkum

Düsseldorf-Flingern, „Berta“, mit Nebenlager „Borsig“

Düsseldorf, Deutsche Erd- und Steinwerke

Essen-Schwarze Poth, Deutsche Erd- und Steinwerke


Tarnbezeichnung

keine Information

Häftlinge

keine Information

Zahl der Häftlinge

Für bis zu 1.000 Häftlinge geplant, Höchststand am 20. März 1944 mit 1.310 Häftlingen im Kölner Lager und weiteren 1.765 Häftlingen in den Nebenlagern der SS-Baubrigade III, u.a. in Duisburg, Düsseldorf und Essen.


Standort des Lagers

Köln-Deutz, Auenplatz (Messegebäude)

Unterbringung der Häftlinge

Unterkunft in einer Halle („Kongresshalle“) im 1. Stock des Messegebäudes im Nordwesten in der Nähe des heute noch vorhandenen Messeturmes


Besonderheiten
(Verlagerung/Umbenennungen/Todesmärsche

Die SS-Baubrigade III bildete als das erste KZ-Außenlager von Buchenwald in Rheinland und Westfalen in den Jahren 1943 und 1944 zahlreiche Nebenlager aus, die mit der Verlegung der Baubrigade nach Wieda in den Harz im Mai 1944 zum Teil als selbstständige Außenlager weiter betrieben wurden. 

Todesopfer in Köln und den Nebenlagern von September 1942 bis Mai 1944: 171, davon 16 „auf der Flucht erschossen“. Im gleichen Zeitraum Selektion von rund 460 als nicht arbeitsfähig geltenden Häftlingen nach Buchenwald.

Literatur

Fings, Karola: Messelager Köln. Ein KZ-Außenlager im Zentrum der Stadt, Köln 1996

Fings, Karola: Krieg, Gesellschaft und KZ. Himmlers SS-Baubrigaden, Paderborn u.a. 2005, S. 55-103

Gedenkzeichen am Ort

1986 wurde anlässlich des 6. Weltkongresses der Vereinigung „Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs“ am Messeturm eine kleine Erinnerungstafel angebracht.

1993 wurde ein von der Stadt Köln gestiftetes Mahnmal auf der Rheinseite eingeweiht, das an alle auf dem Messegelände befindlich gewesenen Lager und an die Messe als Deportationsort erinnert. Das Objekt mit ausführlicher Texttafel ersetzt eine kleine, 1981 von einer engagierten Einzelperson gestiftete Plakette, die ebenfalls am Messeturm befestigt war.

Besondere Zeugnisse/Quellen/vorhandene Objekte des ehemaligen Außenlagers am Ort

Die historischen Fassaden sowie der Turm des 1928 zur Internationalen Ausstellung „Pressa“ umgebauten Messegebäudes sind erhalten, der Innenbereich wurde seit 2005 entkernt und umgebaut.

Interviews mit ehemaligen Häftlingen des Lagers und Fotografien zum Einsatz der Häftlinge befinden sich im Bestand des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln.

Kontakt


Dr. Karola Fings

NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln
Appellhofplatz 23-25
50667 Köln


Internet:  www.nsdok.de
              Gedenkstättenportal zu den Orten der Erinnerung in Europa

 

Hier finden Sie Informationen zu Orten außerhalb des Konzentrationslagers Buchenwald, wo Häftlinge gestorben sind oder ermordet wurden:


Sterbeorte >>

 

 

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