Gründung und Auflösung

Juni 1944 bis März 1945; Evakuierung am 21.3.1945 wegen „Feindnähe“.
Bewachung des Lagers durch zum Außendienst nach Bochum abkommandierte SS-Wachen des KZ Buchenwald unter dem Kommando von Hauptsturmführer Hermann Großmann.

Lagername/-bezeichnung/Betrieb

Konzentrationslager Buchenwald, Arbeitskommando Bochumer Verein

Zahl der Häftlinge

1.704 Häftlinge im November 1944; überwiegend jüdische Männer unterschiedlicher Nationalität, darunter auch einige Deutsche; Transport von 1.326 Häftlingen im März 1945 (zusammen mit den Wachmannschaften) nach Buchenwald

Standort des Lagers

In Bochum-Mitte (Stahlhausen), an der Brüllstraße, auf dem Werksgelände des Bochumer Vereins für Gußstahlfabrikation AG

Unterbringung der Häftlinge

In einem Barackenlager auf dem Werksgelände des Bochumer Vereins an der Brüllstraße in Bochum.(Ein dort bereits bestehendes Lager für Zwangsarbeiterinnen aus der ehemaligen Sowjetunion wurde im Juni 1944 erweitert und mit der vom KZ Buchenwald geforderten Bewachungsanlage ausgestattet. Nach dem Ausbau umfasste das Lager 17 Baracken. Während der schweren Luftangriffe der Alliierten auf Bochum im November 1944 wurden viele der eben erst errichteten Baracken wieder zerstört.)

Für welche Firma, welchen Auftraggeber erfolgte die Zwangsarbeit?

Bochumer Verein für Gußstahlfabrikation AG

 

Besonderheiten
(Verlagerung/Umbenennungen/Todesmärsche)

Im Januar 1945 Transport "unbrauchbarer" Häftlinge nach Buchenwald - für die meisten wohl ein Weg in den Tod. Gesamtzahl der im Bochumer Lager verstorbenen Häftlinge nicht bekannt; von Werksärzten des Bochumer Vereins wurden 108 Todesfälle beurkundet.

Literatur

Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte: Leidens-Wege in Bochum, Station 24 (Brüllstraße), in: www.bochum.de/Leidens-Wege

Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte und Jüdisches Museum Westfalen (Hg.): Rolf Abrahamsohn. „Was machen wir, wenn der Krieg zu Ende ist?“ Lebensstationen 1925-2010, Essen 2010

Manfred Grieger: Die vergessenen Opfer der „Heimatfront“: ausländische Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge in der heimischen Kriegswirtschaft 1939-1945, Bochum 1991

Hubert Schneider: Ungarische Juden als Zwangsarbeiter in Bochum – das Schicksal von John Chillag, in: Jan Erik Schulte (Hg.): Konzentrationslager im Rheinland und in Westfalen 1933-1945, Paderborn 2005, S. 227ff.

VVN-Bund der Antifaschisten, Kreisvereinigung Bochum: Die Verfolgung der Juden in Bochum und Wattenscheid. Die Jahre 1933-1945 in Berichten, Bildern und Dokumenten, Altenberge 1993, S. 58-61

Ingrid Wölk: Das Außenkommando „Bochumer Verein“ des Konzentrationslagers Buchenwald, in: Jan Erik Schulte (Hg.): Konzentrationslager im Rheinland und in Westfalen 1933-1945, Paderborn 2005, S. 245ff.

Ingrid Wölk: Bochum (Bochumer Verein), in: Wolfgang Benz, Barbara Distel (Hg.): Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Band 3: Sachsenhausen, Buchenwald, München 2006, S. 395ff.

Gedenkzeichen am Ort

Nein

Besondere Zeugnisse/Quellen/vorhandene Objekte des ehemaligen Außenlagers am Ort

Zu den Quellen vgl. die genannte Literatur

 


Kontakt

 

Stadtarchiv – Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte
Wittener Straße 47
44789 Bochum

Tel.: 0234/910-9501/9511
Fax: 0234/910-9504

E-Mail:    stadtarchiv@bochum.de
Internet: www.bochum.de/stadtarchiv

 

Hier finden Sie Informationen zu Orten außerhalb des Konzentrationslagers Buchenwald, wo Häftlinge gestorben sind oder ermordet wurden:


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