Wie hieß das Lager?(offizielle Bezeichnung/Tarnname)

Das Lager war Bestandteil des Betriebes der „Hugo Schneider Aktiengesellschaft – Werk Meuselwitz (Thür.)“, in dem auch Meuselwitzer Bürger arbeiteten oder arbeiten mussten, weil sie von ihrem offiziellen Arbeitgeber dorthin abgestellt wurden.

Standort des Lagers

Gelände zwischen heutiger Weinberg-, Heinrich-Heine- und Rudolf-Breitscheid-Straße; die heutige Nordstraße (quer durch das Gelände) wurde als Lagerstraße erst während der Erweiterung des Betriebes angelegt. Offizielle Adresse 1938: Ringstraße 2

Gründung und Auflösung

Das Lager bestand von Oktober 1944 bis April 1945.

Zahl der Häftlinge

In einer Arbeit des Heimatforschers Erhard Heine (ca. 1987 recherchiert) wird für Januar 1945 die Zahl von 1.666 Häftlingen angegeben. Der unten erwähnte Gedenkstein nennt rund 1.800 Personen. Genaue Zahlen bitte bei Frau Dr. Stein, Gedenkstätte Buchenwald/Mittelbau Dora erfragen.

Für welche Firma, welchen Auftraggeber erfolgte die Zwangsarbeit?

„Hugo Schneider Aktiengesellschaft – HASAG“ mit Stammsitz in Leipzig

Unterbringung der Häftlinge

In Baracken im Lager (hauptsächlich Frauen, wohl auch einige Männer) und außerhalb des Lagers auf dem Städtischen Sportplatz (Männer).

Besonderheiten
(Verlagerung/Umbenennungen/Todesmärsche)

Beim ersten anglo-amerikanischen Bombenangriff auf Meuselwitz am 30.11.1944 starben u. a. 39 Häftlingsfrauen; beim 2. Angriff am 20.02.1945 keine. Wieviel Todesfälle es insgesamt während der gesamten Lagerzeit unter den Meuselwitzer KZ-Häftlingen gab, ist mir nicht bekannt, evtl. bitte bei Frau Dr. Stein, Gedenkstätte Buchenwald/Mittelbau Dora nachfragen.
Die Häftlinge mussten die stark zerstörte Stadt Meuselwitz von Trümmern befreien und Bombentrichter auffüllen.
Der Todesmarsch begann laut Aufzeichnungen von Maria Kosk Anfang April 1945; Ausschnitt aus der „Dokumentation der Gedenkstätte für Zwangsarbeiterinnen Leipzig“: „Über 1.370 Frauen aus Meuselwitz wurden per Bahn an die deutsche Grenze gebracht und von dort auf einen Fußmarsch in Richtung Komotau, Eger, Kadan, Boxgrün nach Tschechien getrieben.“
Nach tagelangen zermürbenden Fußmärschen werden sie dort Anfang Mai von ihren Bewachern plötzlich verlassen – der Krieg ist aus, sie sind frei. (Lebensbericht M. Kosk)


Literatur

Maria Kosk – Aus den Schließfächern der Erinnerung (Dokumentation mit Übersetzung bei Gedenkstätte Buchenwald/Mittelbau Dora)

Fred Schwarz – Züge auf falschem Gleis – Verlag Der Apfel – Wien

Einzelne Artikel in verschiedenen regionalen Publikationen

Gedenkzeichen am Ort

2 Gedenksteine

Besondere Zeugnisse/Quellen/vorhandene Objekte des ehemaligen Außenlagers am Ort

Säule am ehemaligen Hinterausgang des Lagers



Kontakt

 

Stadt Meuselwitz
Rathausstraße 1
04610 Meuselwitz

Tel.: 0 34 48 - 44 30

E-mail:  info@meuselwitz.de oder archiv@meuselwitz.de

Internet:  www.meuselwitz.de


Hier finden Sie Informationen zu Orten außerhalb des Konzentrationslagers Buchenwald, wo Häftlinge gestorben sind oder ermordet wurden:


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