Wie hieß das Lager? (offizielle Bezeichnung/Tarnname)

Das Lager hieß offiziell Rüstungsprojekt "Reh".

Standort des Lagers

Das Lager befand sich in der Nähe der Schachtanlage VI in Neustaßfurt.

Gründung und Auflösung

Am 13. September 1944 wurde zwischen Löderburg-Lust und Atzendorf das Außenlager Staßfurt I/Neustaßfurt („Reh“) errichtet, in dem 459 Häftlinge, überwiegend aus Frankreich, an der unterirdischen Verlagerung der Ernst Heinkel AG zusammen mit polnischen KZ-Häftlingen unter mörderischen Bedingungen arbeiten mussten, wobei zwischen 300 und 380 ihr Leben verloren.
Ein weiteres Außenlager bestand ab dem 28. Dezember 1944 in Leopoldshall. Beide Lager wurden am 11. April 1945 mit einem Todesmarsch evakuiert.


Zahl der Häftlinge

Geplant wurde es für 2.000 Häftlinge ca. 500 französische Häftlinge aber auch polnische und deutsche Häftlinge waren untergebracht. Ca. 40 Totenscheine wurden durch den freipraktizierenden Arzt Gustav Reins aus Löderburg unterschrieben.

Für welche Firma, welchen Auftraggeber erfolgte die Zwangsarbeit?

Die Firmen waren: Flugzeugwerke Heinkel, Kugellagerfabrik Fischer, BMW.

Unterbringung der Häftlinge

keine Informationen

Besonderheiten
(Verlagerung/Umbenennungen/Todesmärsche)


 Die Häftlinge wurden von Buchenwald nach Neu-Staßfurt verlagert.
Beide Lager (s.o.) wurden am 11. April 1945 mit einem Todesmarsch evakuiert.
Todesmarsch von Neu-Staßfurt nach Annaberg vom 11.04.1945 bis 08.05.1945.


Literatur

Lexikon der Vergangenheitsbewältigung“ in Deutschland von Torben Fischer, Matthias N . Lorenz.

Aufstieg und Fall des Heinrich Lübke
Herausgeber Nationalrat des Demokratischen Deutschlands


Gedenkzeichen am Ort

Es befindet sich ein Gedenkstein am Löderburger Friedhof, dort liegt ein unbekannter Häftling, der auf dem Todesmarsch ums Leben kam.

Besondere Zeugnisse/Quellen/vorhandene Objekte des ehemaligen Außenlagers am Ort

 

Vor Ort gibt es keinerlei Zeugnisse und Objekte Heute befindet sich dort ein Industriegelände mit Ablagerungen von Chemischen Mitteln des Sodawerkes Staßfurt.

Es wird gern kolportiert, dass die am 6. August 1945 über Hiroshima zur Explosion gebrachte Atombombe Little Boy 64 Kilogramm Uran enthielt und dass zumindest ein Teil des Urans möglicherweise aus den etwa 1.100 Tonnen Uranerz und Uranoxid stammte, das US-Amerikaner in der zweiten Aprilhälfte 1945 in Staßfurt sichergestellt hatten. Das stimmt aber wahrscheinlich nicht, denn für die US-Bombe kam diese U-Lieferung wohl zu spät.

Ausserdem: Erinnerungsweg Staßfurt


www.juden-in-mittelsachsen.de/erinnerungsweg/stassfurt

 

 

Kontakt

 

Stadt Staßfurt
Museum Staßfurt
Fachbereich 40 - Schulen, Jugend und Kultur
Stadt- und Bergbaumuseum
Pestalozzistr.
6
39418 Staßfurt

Tel.: 03925 - 32 31 33
E-Mail: museum@stassfurt.net

und

Verein Spurensuche Harzregion e.V.

www.spurensuche-harzregion.de

 

Hier finden Sie Informationen zu Orten außerhalb des Konzentrationslagers Buchenwald, wo Häftlinge gestorben sind oder ermordet wurden:


Sterbeorte >>

 




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