Wie hieß das Lager? (offizielle Bezeichnung/Tarnname)

KZ Langenstein – Zwieberge, heute Landkreis Harz. Durch das Projekt "Malachit" (Tarnname)(„Malachit“, „Maifisch“ - Codenamen: „BII“, „Z“, „Mfs“), entwickelt u. geleitet vom SS-Baustab der Waffen-SS Heese (innerhalb des Stabes "B2"), sollen Maßnahmen für das "Jäger-u. A4-Programm" realisiert werden. Das bedeutet die Verlagerung von Teilen der unterirdischen Rüstungsproduktion (Jagdflugzeuge und V2-Raketen) unter Einsatz von KZ-Häftlingen in die Thekenberge bei Halberstadt. Die Mehrzahl der Häftlinge muss am Bau der Hallen- und Stollensysteme arbeiten. 730.000m² Stollengrundfläche werden in den folgenden 11 Monaten geschaffen. 



Standort des Lagers

Gedenkstätte Langenstein-Zwieberge
Vor den Zwiebergen 1
38895 Langenstein

www.stgs.sachsen-anhalt.de

 

Das Lager befindet sich zwischen Blankenburg und Halberstadt, etwa 3km außerhalb von dem Ort Langenstein, eingebettet durch die Tönnigsberge im Süden, durch die Felsenklippen des Haselholzes im Norden und im Nordwesten durch die Sandsteinfelsen der Zwieberge, so dass das Lager zwischen Wäldern und Hügeln verborgen lag.

Gründung und Auflösung

Das Lager bestand vom 21.04.1944 (erster Transport mit 18 Häftlingen-Vorkommando für Aufbau des Lagers) bis 11.04.1945 (Befreiung durch amerikanische Truppen).

Zahl der Häftlinge

ca. 7.000 Häftlinge

Für welche Firma, welchen Auftraggeber erfolgte die Zwangsarbeit?

Es sollten Geschützrohre für die Krupp-Gruson-Werke Magdeburg hergestellt werden. Es kam nicht mehr zur Produktion.

Unterbringung der Häftlinge

Die Häftlinge wurden in einem Barackenlager untergebracht, konzipiert für 2.000 Häftlinge, später rapide überbelegt.

Besonderheiten
(Verlagerung/Umbenennungen/Todesmärsche)
 

9.04.1945: Das Lager wird evakuiert. 3.000 noch gehfähige Häftlinge werden in Gruppen zu je 500Mann auf einen Marsch gehetzt. Dieser führt auf mehreren Routen im wesentlichen über Quedlinburg, Aschersleben, Köthen, Bitterfeld, Prettin, Wittenberg bis in die Nähe von Buro und Zieko bei Coswig. Eine kleine Gruppe marschiert noch weiter bis in den Raum Magdeburg hinein. Etwa 300km werden zurückgelegt.

Mindestens 1.990 Menschen aus ganz Europa kamen im Lager um und 2.550 Häftlinge wurden auf dem "Todesmarsch" ermordet.

Literatur

(Auswahl)

Alberto Berti - Die Reise zum Planeten der Nazis.Trieste-Buchenwald-Langenstein
Miervaldis Birze - Grashalme aus Lettland
Dino Burelli – Mama, mir geht`s gut...Ich hab mir nichts getan!
Paul Le Goupil - Erinnerungen eines Normannen 1939-1945
Konrad Hager - Protokoll des Unbegreiflichen
Roger Leroyer - Clamavi ad te
Gila Lustiger - Die Bestandsaufnahme
Georges Petit - Rückkehr nach Langenstein/ Erfahrungen eines Deportierten

u.a.

Gedenkzeichen am Ort

Das Mahnmal wird seit September 2011 umgebaut. Es soll am 10.April 2011 eingeweiht werden. Die künftige Grabgestaltung sieht vor, sechs Grabhügel ehemaliger Massengräber mit Steinmaterial aus dem Stollen zu bedecken.

Gedenktafeln für jeden einzelnen Toten der 772 Opfer sollen am Rand der Graggruben angebracht werden, um die Individualität des Einzelnen zu unterstreichen.

Im April werden die ersten 100 Namenstafeln angebracht, deren Finanzierung über die Einwerbung von Spenden durch den Fördervereins des Lagers sichergestellt wurde.

Südliches Massengrab, Ruhestätte für nahezu 800 Häftlinge, die nach der Befreiung des Lagers noch zu Tode gekommen sind.

Stele " Vernichtung durch Arbeit" von Wolfgang Roßdeutscher

Mahnmal an den Todesmarsch von Eberhard Roßdeutscher

Dauerausstellung, 2001 überarbeitet

Besondere Zeugnisse/Quellen/vorhandene Objekte des ehemaligen Außenlagers am Ort

"Todeskiefer" - diente zum Aufhängen von Flüchtlingen
Aufbau einer Baracke
Reste der Küchenbaracke und der Waschanlage sowie dem Krankenrevier
Nachbau eines Pfahls mit Stacheldraht, der zur Folter der Häftlinge diente
120m des Stollensystems ist seit dem 8.April 2005 begehbar für Besucher


Kontakt

 

Förderverein Gedenkstätte Langenstein-Zwieberge e.V.
Gedenkstätte Langenstein-Zwieberge
Vor den Zwiebergen 1
38895 Langenstein

 

Tel.: 03941-302 48

E-mail:  
Hanka.Rosenkranz@gmx.de
              Gesine.daifi@stgs.sachsen-anhalt.de
              Andre.baud@worldonline.fr 

 

Informationen zum Förderverein, Aktionen und Termine unter:


www.förderverein-langenstein-zwieberge.de

 

sowie:

 

Verein Spurensuche Harzregion e.V.


www.spurensuche-harzregion.de



Hier finden Sie Informationen zu Orten außerhalb des Konzentrationslagers Buchenwald, wo Häftlinge gestorben sind oder ermordet wurden:


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