Wie hieß das Lager? (offizielle Bezeichnung/Tarnname)

Konzentrationslager Buchenwald

Außenlager(teilweise auch Außenkommando) Markkleeberg / Am Wolfwinkel

Standort des Lagers

- heutige Adresse Equipagenweg 21-23, 04416 Markkleeberg,

- früher Gautzsch – westlich der Kammgarnspinnerei an der Bahnlinie nach Kleinzschocher, am Wald und gegenüber einer Wohnbebauung mit Einfamilienhäusern

- heute Bauschlosserei Berg – damaliger Lagerkomplex – Gedenkstein davor erinnert an das Lager.

Gründung und Auflösung

Das Lager - unter dem Dach des KZ Buchenwald - bestand von 31.08.1944 bis 13.04.1945.

Zahl der Häftlinge

Höchste Belegung: am 26.02.1945 mit 1542 Frauen davon 250 Französinnen der Résistance eine Art Strafkolonne, die schwere Straßen- und Erdbauarbeiten sowie das Beladen und Entladen von Eisenbahnwaggons durchführen mussten. Die anderen Frauen waren ungarische Jüdinnen, die für Junkers- Flugzeugwerke arbeiten mussten.

Für welche Firma, welchen Auftraggeber erfolgte die Zwangsarbeit?

Für Junkers-Flugzeugwerke auf dem Gebiet der ehemaligen Gautzscher Spinnerei in der Stöhrstraße produzierten die Frauen Munition und Flugzeugteile für die Ju 88.

Unterbringung der Häftlinge

 

Die Junkers Flugzeugwerke arbeiteten erst mit Zwangarbeitern, für die sie ein provisorisches Barackenlager aus 7 Holzbaracken mit einem Speiseraum, einer Kohlenbaracke sowie einem Löschteich gegenüber einer Wohnbebauung mit Einfamilienhäusern errichten ließen.
Bei einem Luftangriff im Februar 1944 wurden diese Holzbaracken zerstört. Es erfolgte der Wiederaufbau der Baracken diesmal aus Stein.
Die Werksleitung plante dabei schon für einen Einsatz von Konzentrationshäftlingen. Elektrisch geladener Zaun und Wachtürme umgaben die Baracken.
Mit dem Zug kamen im August 1944 die ersten Häftlingstransporte aus Auschwitz.

SS-Lagerleiter war Alois Knittel – er kam aus Buchenwald.

Besonderheiten
(Verlagerung/Umbenennungen/Todesmärsche)


In Markkleeberg starben 7 Frauen, die die Strapazen nicht mehr aushielten.

Am 13. April 1945 wurde das Lager verlassen - evakuiert und die Frauen wurden auf den Todesmarsch in Richtung Theresienstadt geschickt. Die Französinnen trafen am 29. April 1945 auf Landsleute und flohen. Sie erreichten am 31. Mai 1945 Paris.
Von den ungarischen Jüdinnen flohen einige, viele überlebten die Strapazen nicht. Nach 18 Tagen erreichte die erste Gruppe Theresienstadt – ihre Peiniger waren schon unterwegs teilweise geflohen. 669 Frauen aus Markkleeberg wurden in Theresienstadt registriert und befreit. Sie kamen in Krankenhäuser.

Literatur

Dr. Zahava Szász Stessel, 2009 „Snow Flowers“, by Rosemont Publishing & Printing Corp. über das Lager in Markkleeberg in engl. Sprache (sie war Häftling in Markkleeberg)

Dr. Zahava Szász Stessel, Fairleigh Dickinson University Press, U.S.1995 „Wine and Thorns in Tokay Valley“ über das Leben vor der Deportation in Ungarn und Deportation

Am 16. April 2008 nahm Frau Dr. Stessel die Ehrenbürgerwürde der Stadt Markkleeberg an.

 

ungedruckte Quellen:

Diplomarbeit von Melanie Glodeck zum Thema: Gedenkstättendidaktik am Beispiel der Gedenktafel im Wolfwinkel/Markkleeberg – historische Erinnerungen an das KZ - Außenlager

Gedenkzeichen am Ort

Gedenktafel am Equipagenweg 21-23 in Markkleeberg (das Denkmal soll noch in diesem Jahr neu gestaltet werden und um einige Meter südlich versetzt werden, da es mit der Schlosserei kollidiert).

Im Jahr 1975 am 8. Mai wurde eine Gedenktafel mit sozialistisch geformter Inschrift eingeweiht, die aber nur 600 Frauen erwähnte. Nach der politischen Wende kam von ehemaligen Häftlingsfrauen aus Frankreich und Israel ein neuer Textvorschlag, der im Jahr 1998 im Beisein ehemaliger Markkleeberger Häftlingsfrauen feierlich eingeweiht wurde. Die Tafel gestaltete der Leipziger Künstler Markus Gläser.

Besondere Zeugnisse/Quellen/vorhandene Objekte des ehemaligen Außenlagers am Ort

Nein


Kontakt


Stadtverwaltung Markkleeberg
Stadtarchiv
04416 Markkleeberg

Tel.: 0341 3533219
E-mail: stadtarchiv@markkleeberg.de  

 

Hier finden Sie Informationen zu Orten außerhalb des Konzentrationslagers Buchenwald, wo Häftlinge gestorben sind oder ermordet wurden:


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