Gründung und Auflösung

Anfang Juli bis Mitte September 1944

Lagername/-bezeichnung /Betrieb

Firma: Gelsenberg Benzin AG
Auftraggeber: Wirtschaftsverwaltungshauptamt der SS / Operation Todt

Offizielle Bezeichnung des Lagers

KZ Außenlager in Gelsenkirchen-Horst

Tarnbezeichnung

keine Information

Häftlinge

Frauen

Zahl der Häftlinge

2000 jüdische Mädchen und Frauen aus Sighet und Umgebung

Standort des Lagers

Gelsenkirchen-Horst, auf freier Fläche östlich des Hydrierwerks der Gelsenberg Benzin AG, umzäunt mit Stacheldraht (siehe auch Skizze)

 

Außenlager Gelsenberg

Unterbringung der Häftlinge

in Zelten

Besonderheiten
(Verlagerung/Umbenennungen/Todesmärsche)

24.08.1944 Verlegung von 520 Frauen in das KZ Außenlager Humboldtstraße in Essen für die Firma Krupp, gegen Kriegsende Deportation dieser jüdischen Frauen in das KZ Bergen-Belsen
- 11.9.1944 etwa 150 getötete Frauen nach Luftangriff
- 16.9.1944 Verlegung von 1216 überlebenden Zwangsarbeiterinnen nach dem Luftangriff in das KZ Außenlager Sömmerda zur Zwangsarbeit bei der Rheinmetall Börsig AG
- bis Ende Januar 1945 Überführung von weiteren Frauen in das KZ Außenlager Sömmerda, die nach den Bombenangriffen (11.9.1944) schwer verletzt und in Krankenhäusern behandelt wurden
- Ende März bis April 1945 Todesmarsch der überlebenden Frauen in Sömmerda
- 17 Frauen verblieben bis Ende des Krieges im Marienhospital in Gelsenkirchen-Rotthausen, wurden befreit
- 7 Frauen verblieben im Bottroper Krankenhaus bis Ende des Krieges, wurden befreit

Literatur

Bergmann, Martina/Stratmann Hartmut: Meine lieben 17 ungarischen Kinder…Von der Rettung jüdischer Frauen
in Gelsenkirchener Krankenhäusern. Heft 3 der Reihe: Jüdisches Leben in Gelsenkirchen. Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e. V. (Hrsg.). Gelsenkirchen 1996

Gedenkstätte Buchenwald (Hrsg.): Konzentrationslager Buchenwald 1937-1945. Begleitband zur ständigen historischen Ausstellung. Göttingen 2007

Goch, Stefan: Das Außenlager des KZ Buchenwald in Gelsenkirchen-Horst, in: Jan Erik Schulte (Hrsg.): Konzentrationslager in Rheinland und in Westfalen 1933-1945. Zentrale Steuerung und regionale Initiative. Paderborn 2004, S. 271-278

Goch, Stefan: Gelsenkirchen-Horst, in: Wolfgang Benz, Barbara Distel (Hrsg.): Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Bd. 3: Sachsenhausen und Buchenwald. München 2006, S. 445-448

Goch, Stefan: Jüdisches Leben. Verfolgung – Mord - Überleben. Ehemalige jüdische Bürgerinnen und Bürger Gelsenkirchens erinnern sich. Essen 2004 (Schriften des Instituts für Stadtgeschichte Gelsenkirchen, Materialien, Bd. 8)

Herholz, Heike/Wiebringhaus, Sabine: KZ-Außenlager Buchenwald in Gelsenkirchen-Horst. Eine Dokumentation, in: Verein für Orts- und Heimatkunde Gelsenkirchen-Buer (Hrsg.): Beiträge zur Stadtgeschichte, Bd. XI 1983, S. 121-142

Mrotzek, Marlies: Das KZ-Außenlager der Gelsenberg Benzin AG. Fernwald 2002

Schlenker, Roland: „Ihre Arbeitskraft ist auf das schärfste anzuspannen“. Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterlager in Gelsenkirchen 1940-1945. Essen 2003 (Schriftenreihe des Instituts für Stadtgeschichte Gelsenkirchen, Materialien, Bd. 6) 

Gedenkzeichen am Ort

Mahnmal auf dem Friedhof Horst-Süd in Gelsenkirchen in Erinnerung an die jüdischen Zwangsarbeiterinnen, die am 11. September 1944 bei Bombenangriffen umgekommenen sind.
Seit 2003 befindet sich eine Informationstafel am Mahnmal mit 140 Namen und Daten von getöteten Jüdinnen.

Besondere Zeugnisse/Quellen/vorhandene
Objekte des ehemaligen Außenlagers am Ort

keine Information

Kontakt

Institut für Stadtgeschichte
Wissenschaftspark
Munscheidstraße 14
45886 Gelsenkirchen

Telefon: 0209 / 169 85 51
Telefax: 0209 / 169 85 53

E-Mail:    isg@gelsenkirchen.de
Internet: www.institut-fuer-stadtgeschichte.de

 

Hier finden Sie Informationen zu Orten außerhalb des Konzentrationslagers Buchenwald, wo Häftlinge gestorben sind oder ermordet wurden:


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