Gründung und Auflösung

 

Das Lager bestand von August 1944 bis Ende März 1945.

 

Lagername/-bezeichnung/Betrieb

 

Das Lager wurde in den Abrechnungen vom KL Buchenwald als Frauenkommando "Nobel Allendorf" oder als "Fabrik Allendorf" geführt. Ebenso wurde das Kommando als "Lager Münchmühle" bezeichnet.

 

Häftlinge

jüdische Frauen


Zahl der Häftlinge

Es war ein Frauenaußenkommando mit 1.000 jüdischen Frauen. Die meisten von ihnen kamen aus Ungarn, ein kleiner Teil aus der Slowakei.

 

Standort des Lagers

Das Lager befand sich in der Nähe der Münchmühle, nördlich des Werksgeländes der Fabrik Allendorf (DAG).

 

Unterbringung der Häftlinge

Die Häftlinge waren in Schlafbaracken mit doppelstöckigen Betten untergebracht.

 

Für welche Firma, welchen Auftraggeber erfolgte die Zwangsarbeit?

 

Für die Gesellschaft zur Verwertung chemischer Erzeugnisse, einer Tochterfirma der Dynamit-Nobel AG. Die Frauen arbeiteten hauptsächlich in den Granatenfüllstellen. Einige wenige waren in der Landwirtschaft und im Lager eingesetzt.

 

Besonderheiten
(Verlagerung/Umbenennungen/Todesmärsche)

- 27.Oktober 1944 Rücktransport von 5 schwangeren Frauen nach Auschwitz
  am 08.November 1944 verstarb eine der Frauen. Sie wurde auf dem jüdischen Friedhof in Allendorf bestattet

- am 23. Dezember 1944 Ankunft einer ungarischen Jüdin aus dem Außenlager Leipzig-Schönau
- am 26. Januar 1945 Abtransport von 2 schwangeren Frauen nach Bergen-Belsen

Literatur

Brinkmann-Frisch, Fritz/Hartleben, Lydia/Horn, Harald/ Wegener, Heinz: Faschismus in der Region. Rüstungsindustrie und Zwangsarbeit in Stadtallendorf. Hrsg.: Hessisches Institut für Lehrerfortbildung- Außenstelle Marburg (Ergebnisse regionaler Lehrerfortbildung in Hessen). Fuldatal 1992 (nicht mehr erhältlich)

Brinkmann-Frisch, Fritz (Bearb.): Dokumentations- und Informationszentrum Stadtallendorf. Katalog zur Dauerausstellung. Hrsg.: Magistrat der Stadt Stadtallendorf, Haupt- und Personalamt. Fulda 1994.

Fahidi, Éva: Anima Rerum. Meine Münchmühle in Allendorf und meine wahren Geschichten. Hrsg.: Magistrat der Stadt Stadtallendorf 2004.(vergriffen; neue erweiterte Auflage eines anderen Herausgebers im Sommer 2011 unter dem Titel "Die Seele der Dinge.")

Klewitz, Bernd: Die Münchmühle. Außenkommando des Konzentrationslagers Buchenwald. Hrsg.: Kreisausschuss des Landkreises Marburg - Biedenkopf. 2. erw. Auflage. Marburg 1989. (nicht mehr erhältlich)

Magistrat der Stadt Stadtallendorf und Förderverein für Stadt- und Regionalgeschichte Stadtallendorfs 1933 - 1945 e.V. (Hrsg.): Dokumentation der Internationalen Tage der Begegnung in Stadtallendorf - KZ - Außenlager Münchmühle/Nobel vom 21. bis 26.10.1990 (deutsch/ungarisch). Stadtallendorf 1991. (nicht mehr erhältlich)

Magistrat der Stadt Stadtallendorf (Hrsg.): DIZ und Stadtmuseum Allendorf. Eine Kurinformation zur Dauerausstellung. Stadtallendorf 2010.


Gedenkzeichen am Ort

Seit Mai 1988 existiert auf dem Fundament der ehemaligen Waschbaracke eine Gedenkstätte.

Besondere Zeugnisse/Quellen/vorhandene Objekte des ehemaligen Außenlagers am Ort

Seit November 1994 existiert das Dokumentations- und Informationszentrum Stadtallendorf, eine Gedenkstätte mit einer Dauerausstellung. Das DIZ ist außerschulischer Lernort und Museum mit Archiv.
(weitere Infos unter www.diz-stadtallendorf.de)

 

Kontakt

 

DIZ/Stadtmuseum Stadtallendorf
Aufbauplatz 4
35260 Stadtallendorf

Tel.:       06428/4498932
E-Mail:    fritz.brinkmann-frisch@stadtallendorf.de

Internet: Gedenkstättenportal zu den Orten der Einnerung in Europa 


Hier finden Sie Informationen zu Orten außerhalb des Konzentrationslagers Buchenwald, wo Häftlinge gestorben sind oder ermordet wurden:


Sterbeorte >>



 


Suche