Gründung und Auflösung

Das Lager bestand vom 1. August 1944 bis zum 12. April 1945.

Lagername/-bezeichnung/Betrieb

Eine offizielle Bezeichnung bzw. ein Tarnname ist nicht bekannt. Bei den Recherchen tauchte immer wieder die Bezeichnung Buchenwalder Frauen-Außenlager Altenburg auf. Wobei es nicht nur als Frauenlager seine Nutzung fand. Ende 1944 wurden dem Lager auch männliche Arbeitskräfte zugeführt.

Häftlinge

Frauen, später auch Männer

Zahl der Häftlinge

Das Altenburger Lager galt auch als Zwischen- bzw. Durchgangslager. Der derzeitige Stand ist das ca 4.029 Häftlinge ankamen. Zum Arbeiten verblieben ca 2.440 Häftlinge.

Standort des Lagers

Das Lager befand sich innerhalb des Industriekomplexes der Hugo Schneider AG Hasag in der damaligen Hugo Schneider Straße. Heute heißt die Straße Poststraße.

Unterbringung der Häftlinge

Das Häftlingslager befand sich befand sich 15 Gehminuten von der Arbeitsstelle entfernt. Es gehörte zum Fabrikgelände und war mit zwei Wachtürmen und Stacheldraht umgeben. Die Betten waren dreigeschossig. Oftmals schliefen die Häftlinge gleich in der Produktionshalle neben dem Arbeitsplatz. Im Untergeschoss der Baracken gab es Waschräume und Duschen, die nur selten benutzt werden durften.

Für welche Firma, welchen Auftraggeber erfolgte die Zwangsarbeit?

Munitionsfabrik Hugo Schneider AG, Nähmaschinenwerke, Flugplatz Nobitz, Maschinenfabriken in und um Altenburg, Spielkartenfabrik, Reichsbahn, Mineralölwerke Rositz und Braunkohlenwerke.

 

Besonderheiten
(Verlagerung/Umbenennungen/Todesmärsche)

Der Evakuierungsmarsch begann am 12. April 1945. Die SS trieb 2.443 Häftlingsfrauen ohne ausreichend Nahrung und Bekleidung, größtenteils mit Holzpantinen an den Füßen, aus dem Lager. Über Gößnitz und Meerane, Glauchau und Remse erreichte eine Gruppe von ca. 800, wahrscheinlich getrennt von anderen marschierenden Frauen, am 14. April 1945 Waldenburg/Sachsen, wo sie von amerikanischen Truppen befreit wurden. Die anderen mehr als 1.500 Frauen wurden von der SS gezwungen, über das Erzgebirge Richtung Karlsbad zu marschieren. Über ihren Verbleib ist nichts bekannt.

Literatur

"Die HASAG in Altenburg.Zwangsarbeit und KZ-Häftlinge des Außenlagers 
Buchenwald im Rüstungskonzern"
Diana Blaas / Christian Brumme / Felix Otto
S.Sell Heimat-Verlag Altenburg, ISBN 978-3-938777-19-0

Diplomarbeit eines Sozialstudenten zur Thematik: „Oma was war die Hasag?“ Ein Belegexemplar befindet sich in der Stadtverwaltung Altenburg.

Eine weitere Diplomarbeit zur Thematik: „Die Hugo Schneider AG Hasag und deren Produktion in den Jahren 1933 bis 1945“.


Gedenkzeichen am Ort

Am 8. Mai 2006 wurde mit einem öffentlichen Akt am ehemaligen Verwaltungsgebäude des Rüstungskonzerns in der Poststraße eine Gedenktafel an der Außenfassade angebracht und eingeweiht.

Text der Gedenktafel:

„Gelände des KZ Außenlagers Altenburg 1944/45

Während der Jahre des zweiten Weltkrieges mussten im Zweigwerk Altenburg der Hugo-Schneider AG (Hasag) Tausende Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge für die Rüstung arbeiten. Am 1. August 1944 eröffnete die SS hier ein KZ-Außenlager für Frauen, das ab 1944 von Buchenwald verwaltet wurde.

Die mehr als 2.400 Frauen und Mädchen aus vielen europäischen Ländern, darunter Polinnen, ungarische Jüdinnen, Sinti und Roma, arbeiteten täglich zwölf Stunden.

Später kam ein Außenlager für Männer hinzu. Mindestens zehn Frauen und zwei Männer kamen hier ums Leben. Hunderte Kranke und Schwache wurden nach Ravensbrück und Buchenwald zurückgeschickt oder in Auschwitz ermordet.

Am 12. April 1945 räumte die SS das Lager. Seine Insassen gingen in den Todesmarsch.

Unser Schicksal sei Euch Warnung und nicht Legende."

 

Besondere Zeugnisse/Quellen/vorhandene Objekte des ehemaligen Außenlagers am Ort

I
m Treppenhausbereich des ehemaligen Direktionsgebäudes befindet sich eine kleine Ausstellung, die Zeugnis sein soll. Geplant sind zwei weitere Räume zur Thematik. Einer davon ist als Ausstellungsraum gedacht und der zweite soll Schulklassen die Möglichkeit bieten, zu dieser Thematik zu arbeiten.

 

Kontakt

 

Stadtverwaltung Altenburg
Markt 1
04600 Altenburg

 

 

Hier finden Sie Informationen zu Orten außerhalb des Konzentrationslagers Buchenwald, wo Häftlinge gestorben sind oder ermordet wurden:


Sterbeorte >>


 

Suche