Wie hieß das Lager? (offizielle Bezeichnung/Tarnname)


Lager Leau/Tarnbezeichnung "Leopard"


Standort des Lagers

Nähe Bernburg/Plömnitz

Gründung und Auflösung

Das Lager bestand von April 1944 (erster Nachweis der Ankunft von KZ-Häftlingen aus Buchenwald zur Einrichtung des Lagers!) bis 12. April 1945.

Zahl der Häftlinge

Insgesamt mussten hier mindestens 2.000 KZ-Häftlinge, Kriegs- und Strafgefangene sowie Zivilarbeiter aller Nationalitäten (v.a. Polen und Franzosen) schwere Zwangsarbeit verrichten.

Für welche Firma, welchen Auftraggeber erfolgte die Zwangsarbeit?

Bewacht von der SS, bereiteten sie für das Junkerszweigwerk Bernburg in einem Steinsalzschacht in Plömnitz die Produktion des „Volksjägers“ He 162 vor.

Unterbringung der Häftlinge


Bei mangelhafter Ernährung sowie schlimmsten hygienischen Bedingungen arbeiteten und schliefen hunderte Häftlinge wochenlang ohne Tageslicht und Frischluft im Schacht, weil es zunächst keine Baracken gab. Der Rest war über Tage in einem großen Zelt zusammengepfercht. Erst im September 1944 bezogen die Häftlinge aus dem Zelt Baracken am Ortsrand von Leau, am 22. Dezember 1944 auch die restlichen Häftlinge, die bis dahin unter Tage lebten. Täglich legten sie zu Fuß den 2 km langen Weg zwischen Lager und Grube zurück.
 


Besonderheiten (Verlagerung/Umbenennungen/Todesmärsche)

Bis 12. April 1945 starben mindestens 667 von ihnen an Hunger, Krankheiten, Folter und Entkräftung. Einige von Ihnen (Anzahl unbekannt) kamen anschließend auf den Evakuierungsmarsch ums Leben (von ihnen sind wiederum einige auf dem Friedhof in Weißandt-Gölzau bestattet). Die meisten Toten wurden auf dem Friedhof Leau, später bei Preußlitz in Massengräbern verscharrt. Nach 1945 wurden sie exhumiert und am sowjetischen Ehrenmal in Bernburg beigesetzt.


Literatur


Michael Schuster: Schacht Plömnitz – Dunkle Schatten auf weißem Salz,
Baalberge 2012
Wolfgang Erbring: Und um uns die dunkle Nacht, 2. Auflage, Baalberge 2011.


Gedenkzeichen am Ort

Einige Baracken von damals, die massiv aus Ziegelbausteinen errichtet worden sind, stehen noch heute und sind zu Einfamilienhäusern umgebaut worden.


Weitere Informationen


Hier finden Sie Informationen zu Orten außerhalb des Konzentrationslagers Buchenwald, wo Häftlinge gestorben sind oder ermordet wurden:


Sterbeorte >>

 

 

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