Gründung und Auflösung

Das Lager bestand von Mai 1938 (Baubeginn durch Häftlinge aus dem KZ Buchenwald) bis 4. April 1945 (Rückführung der Häftlinge in das KZ Buchenwald).

Lagername/-bezeichnung/Betrieb

Die Zwangsarbeit erfolgte für die Deutsche Erd- und Steinwerke GmbH (DESt), die wiederum der Hauptabteilung Großziegelwerke des WVHA (W I) unterstellt war.

Offizielle Bezeichnung des Lagers

Der Reichsführer SS, Hauptamt Verwaltung und Wirtschaft, Amt WI, Berlin W50, Geisbergstr.21, Dienststelle Berlstedt bei Weimar

Tarnbezeichnung

keine Information

Häftlinge

Männer

Zahl der Häftlinge

9.10.1941: 250
31.1.1945: 196

Standort des Lagers

Das Lager befand sich am westlichen Ortsrand von Berlstedt, der Eingang lag an der Straße, die in östlicher Richtung nach Weimar und in westlicher Richtung nach Erfurt führt (heute "Hauptstraße"; auf dem Lagerbauplan von 1940/41 "Chaussee")
heute: 99439 Berlstedt, Hauptstraße 26

Unterbringung der Häftlinge

bis März 1939 täglicher Marsch von Buchenwald zum Werk, danach in Baracken im Lagergelände. Ab März 1939 waren die Häftlinge zuerst in einer, dann aber mit Erreichen der Belegungszahl von über 200 in zwei großen Holzbaracken untergebracht.

Besonderheiten
 

(Verlagerung/Umbenennungen/Todesmärsche Verlagerungen und/oder Umbenennungen des Lagers sind nicht bekannt.
Die Rückführung der Häftlinge dieses Außenlagers in das KZ Buchenwald am 4. April 1945 ist auch nicht als Todesmarsch überliefert.

Literatur

Kraienbuerg, Hermann:Die Wirtschaft der SS.Metropol-Verlag/Andreas Striebe,
Kerstin Striebe: Die Außenkommandos des ehemaligen KZ Buchenwald auf dem Territorium des heutigen Stadt- und Landkreises Weimar. Diplomarbeit, Martin-Luther-Universität, Halle/S. 1988

Gedenkzeichen am Ort

Auf dem Gärtnerei-Gelände des ehemaligen Lagers (heute Gelände der Grundschule Berlstedt) steht in Sichtweite zur Hauptstraße noch aus DDR-Zeiten eine kleine Gedenkanlage mit einem Original-Pfosten des Lagerzaunes, einem Naturstein mit der Aufschrift "Nie vergessen" und zwei Säulen-Wacholdern.
Eine Gedenktafel, die ursprünglich in Augenhöhe an dem Lagerzaunpfosten befestigt war und die Aufschrift trug "An dieser Stelle befand sich ein Außenlager des KZ Buchenwald", ist seit einigen Jahren nicht mehr auffindbar.
Um wieder eine würdige Form des Gedenkens an das ehemalige Außenlager zu finden, sollen z. B. die Grund- und Regelschule, die Gemeindevertretung und die auf dem Gelände ansässigen Firmen viel stärker als bisher in die Aufarbeitung dieses Teils der Ortsgeschichte einbezogen werden mit dem Ziel, eine gemeinsame Konzeption zu erarbeiten und umzusetzen.

Besondere Zeugnisse/Quellen/vorhandene Objekte des ehemaligen Außenlagers am Ort

Alle festen Gebäude des ehemaligen Außenlagers (das Ziegelwerk mit Nebengebäuden, ebenso die Wachbaracke am Eingang) sind erhalten und werden heute gewerblich genutzt.
Die Ausdehnung/Fläche des ehemaligen Lagers lässt sich gut nachvollziehen, da die Wegeführung auch in Beziehung zum Dorf unverändert geblieben ist, keine Überbauung der früheren Eingrenzung erfolgte und außerdem Reste der Einzäunung an der Süd- und der Ostseite des Geländes erhalten sind.

Kontakt

Berstedter Heimatfreunde
c/o Berlstedter Heimatstuben
Hauptstraße 17
99439 Berlstedt

 

 

Hier finden Sie Informationen zu Orten außerhalb des Konzentrationslagers Buchenwald, wo Häftlinge gestorben sind oder ermordet wurden:


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