Gründung und Auflösung

Das Lager bestand vom 19.10.1944 (Eintreffen von 750 polnischen Jüdinnen aus Bergen-Belsen) bis zur Evakuierung des Lagers am 13.04.1945. Unmittelbar danach wurden die Baracken demontiert und der Standort wieder als Ackerfläche hergerichtet.

Lagername/-bezeichnung/Betrieb

WASAG/Werk"Vogelsang"/Die Zwangsarbeit erfolgte für die Westfälisch-Anhaltische Sprengstoff-Aktiengesellschaft (Wasag), Chemische Fabriken, Werk Elsnig, eine der größten Sprengstoff- und Munitionsfabriken des faschistischen Deutschlands bis 1945.

Offizielle Bezeichnung des Lagers

WASAG Elsnig/Elbe

Tarnbezeichnung

keine Information

Häftlinge

Frauen

Zahl der Häftlinge

Das Lager war mit maximal 750 Häftlingen belegt. Bei der Evakuierung waren es noch 747.

Standort des Lagers

Vermutlich südlich der WASAG Elsnig / westlich der Butterstraße / südlich der Bahnstrecke Torgau Pretzsch / östlich der Waldsiedlung Elsnig.

Luftbild Lager Elsnig 

USAAF Luftbild vom 16.April 1945 (Quelle: Luftbildarchiv) 


Unterbringung der Häftlinge

Die Häftlinge waren in einem etwa fußballfeldgroßen separaten Barackenlager untergebracht, das mit einem elektrisch geladenen Stacheldrahtzaun umgeben war.
Kommandoführer war SS-Oberscharführer Kurt Völker, Oberaufseherin Elfriede Schmeisser.
Am 31.12.1944 bestand die Bewachung aus 26 Aufseherinnen und 12 Mann SS-Wachmannschaft (zumeist Siebenbürger und Schwarzmeerdeutsche).

Besonderheiten
(Verlagerung/Umbenennungen/Todesmärsche

Am 13.04.1945 wurden die Häftlinge in Eisenbahnwaggons verladen und in Richtung Potsdam befördert. Am 20.04.1945 wurde der Zug im Bahnhof Seddin bombardiert, dabei wurden viele der Häftlinge getötet.
Die genaue Zahl der Überlebenden ist nicht bekannt. In Seddin überließen die Wachmannschaften die Häftlinge ihrem Schicksal.

Literatur

Benz, Wolfgang und Distel, Barbara (Hrsg.)
Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Band 3 Sachsenhausen. Buchenwald.
Verlag C. H. Beck oHG, München 2006.

Nationale Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald (Hrsg.)
Frauenaußenkommandos des KZ Buchenwald. Buchenwaldheft 15

Struck, Gerda und Manfred; Mulolli (Hrsg.) Rachels Erinnerungen. Die Erinnerungen von Rachel Kaufmann an ihre Leidenszeit unter den Nationalsozialisten im Ghetto Lodz, im KZ Auschwitz, im KZ Bergen-Belsen und im Zwangsarbeiter Torgau (lt. Transportliste nach Elsnig vom 01.11.1944 ist Rachela Cyrlewicz (Mädchenname) unter der lfd. Nr. 109,. Häftlings-Nr. 38275, geb. am 13.12.1924 aufgeführt.
Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V., Bonn/Berlin 2002.

Gedenkzeichen am Ort

Am Ort gibt es keine Gedenkzeichen – landwirtschaftlich genutzte Fläche seit 1945.

Besondere Zeugnisse/Quellen/vorhandene Objekte des ehemaligen Außenlagers am Ort

Besondere Zeugnisse usw. des ehemaligen Außenlagers am Ort sind nicht bekannt.

Kontakt

Dommitzscher Geschichtsverein e.V.
Blumenstr. 10
04880 Dommitzsch

Telefon: 034223 / 40 87 2
E-Mail:   ingrid.hoffmann@stadt-dommitzsch.de

 

Hier finden Sie Informationen zu Orten außerhalb des Konzentrationslagers Buchenwald, wo Häftlinge gestorben sind oder ermordet wurden:


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