Gründung und Auflösung

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Lagername/-bezeichnung/Betrieb

Die Häftlinge führten Bauarbeiten (2 Baracken für die SS-Verwaltung am Panoramaweg, Garagen und Räume für die SS-Bauleitung an der Straße Unter den Eichen, Erdarbeiten für den Bau von Stollen) für den Höheren SS- und Polizeiführer, Josias Erbprinz zu Waldeck und Pyrmont, durch.
Waldeck war häufig in den Baubaracken persönlich anwesend. Er hatte sich mit diesem Arbeitskommando die Voraussetzungen einer eigenen (von der Bauleitung des KL Buchenwald unabhängigen) Bauleitung in Kassel geschaffen, die im Januar 1944 eingerichtet wurde.
Zwei polnische Architekten (Kasimir Ciszewski und Severin Samulski), zwei tschechische Bauingenieure (Vaclav Jilek und Josef Pytlik) ein holländischer Archivar (Apolonius Hess) und ein holländischer Schreiber (Alfred F. Groeneveld) waren die Fachkräfte in der Bauleitung.
In Kassel waren durch die Luftangriffe auch die Gebäude der Geheimen Staatspolizeistelle Kassel in der Wilhelmshöher Allee zerstört worden; insofern bestand aus der Sicht Waldecks erhöhter Bedarf an kurzfristig herstellbaren Unterkünften, d.h. an Baracken.
 

Offizielle Bezeichnung des Lagers


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Tarnbezeichnung


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Häf
tlinge

Männer


Zahl der Häftlinge


Im Lager befanden sich zu gleicher Zeit jeweils zwischen 122 und 148 (Oktober 1943 bis Mitte Juli 1944), zwischen 162 und 188 (Mitte Juli bis Januar 1945) und Ende März 1945 bei der Auflösung des Lagers 139 Häftlinge. Insgesamt waren 288 Häftlinge registriert: etwa ein Drittel von ihnen waren Polen, ein weiteres Drittel „Russen“ [aus der Sowjetunion], 39 Deutsche, 26 Tschechen, 13 Franzosen, 6 Italiener, 6 Belgier und 4 Holländer.


Standort des Lagers


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Unterbringung der Häftlinge


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Besonderheiten
(Verlagerung/Umbenennungen/Todesmärsche


Das Arbeitskommando Kassel galt auf Grund der polizeilichen Bewachung und der eher handwerklichen Bauarbeiten (in dem Kommando befanden sich Zimmerleute, Elektriker, Installateure, Maurer, Dachdecker und andere für Bauvorhaben erforderliche Facharbeiter) unter den Häftlingen als vergleichsweise erträgliches Lager.
In mehreren Berichten ehemaliger Häftlinge des Lagers findet sich die Darstellung der Misshandlung mit den schweren Verletzungsfolgen, die der aus Wien stammende Mitgefangene Franz Nemeth von Seiten der SS erfuhr. Über sein weiteres Schicksal nach Ende des Krieges ließ sich nichts ermitteln.

Sieben (möglicherweise auch fünf oder sechs weiteren) Häftlingen gelang im Oktober 1944 (oder auch noch später) die Flucht aus dem Lager.

Das Lager wurde am 29. März 1945, wenige Tage vor dem Eintreffen der amerikanischen Truppen in Kassel, aufgelöst. Die 139 Häftlinge sollten „wegen Feindnähe nach Buchenwald zurück genommen“ werden; auf diesem Transport gelang weiteren Gefangenen die Flucht. Gerichtliche Verfahren gegen die SS-Wachmannschaften nach 1945 konnten nicht ermittelt werden.

Literatur


Zahlreiche „Transportlisten“ von und nach Buchenwald sind erhalten (Archiv des International Tracing Service, Arolsen). A.F. Groeneveld hat einen detaillierten autobiographischen Bericht über das Lager verfasst, der veröffentlicht wurde (s. Literatur). Ausführliche Berichte ehemaliger Häftlinge dieses Kommandos befinden sich im Archiv der Gedenkstätte Buchenwald.

Gedenkzeichen am Ort

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Besondere Zeugnisse/Quellen/vorhandene Objekte des ehemaligen Außenlagers am Ort


Ein umfangreicher Bericht ist von einem ehemaligem niederländischen Häftling des Kommandos erhalten: Alfred F. Groeneveld, Im Außenkommando Kassel des KZ Buchenwald. (= Nationalsozialismus in Nordhessen – Schriften zur regionalen Zeitgeschichte, Band 13) Kassel 1991. (Im Anhang: Namen der Häftlinge und Haftdaten). Quellen:

Im Archiv des International Tracing Service (ITS), Bad Arolsen (Signaturen: Buchenwald 2; 5; 6; 11; 14; 15; 19, 20; 25; 26; 33; 36;44,19; 45; 47; 49; 52, 80) sind zahlreiche Aktenstücke erhalten (z. B. der „Bericht über örtliche Besichtigung der Unterkunft und Arbeitsstellen in Kassel“ eines SS-Obersturmführers als Arbeitseinsatzführer vom Juli 1943; die Verfolgung eines „Bibelforschers“).

Im Archiv der Gedenkstätte Buchenwald sind (autobiographische) Berichte über das Außenkommando Kassel von Hermann Fischer, Richard Krauthause (7 Seiten), Kurt Leonhardt, Josef Peschke (9 Seiten) , Richard Thiede und Josef Schuhbauer (5 Seiten) enthalten.

Bundesarchiv Berlin: SS records 11678; BDC O-5254; SL !6-28; NSDAP-Akten.

 

Hier finden Sie Informationen zu Orten außerhalb des Konzentrationslagers Buchenwald, wo Häftlinge gestorben sind oder ermordet wurden:


Sterbeorte >>



 

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